1908 begleitete Heinrich Schröder Hugo Koller auf eine geschäftliche Reise nach Jajce in Bosnien, wie aus einem Brief an seine Frau Broncia Koller-Pinell hervorgeht. Das Land war mit der formellen Annexion 1908 Teil des k.u.k. Reiches. Kurz nach der Annexion wurde mit dem Islamgesetz von 1912 der Islam in der Habsburger- Monarchie offiziell als Religionsgemeinschaft anerkannt. Das österreichfreundliche Bosnien-Herzegowina, mit vorwiegend muslimischer Bevölkerung, sollte nach seiner Annexion voll integriert werden.
Nicht nur die schöne Landschaft, sondern auch die speziellen Gebäudeformen des Landes haben Schröder als an Architektur interessierten Künstler angesprochen. Offenbar reiste er auch ins 70 km südlich von Jajce gelegene Banja Luka. Im Vordergrund sind die achteckigen Grabmäler von Gazanfer Bey und seinen Söhnen, um 1600 erbaut, zu sehen, dahinter die Gezanfereija Moschee, die nach ihrer Zerstörung 1993 mittlerweile wieder aufgebaut wurde. Wir danken Prof. Dr. Emir Filipovic, Sarajevo, für diesen wichtigen Hinweis, der sich durch historische Aufnahmen bestätigen lässt.
Die um 1900 in westlichen Ländern noch weitgehend unbekannte und in der europäischen Malerei selten dargestellte Minarett- und Moscheenbauweise inspirierte den Künstler zu dieser im secessionistischen Stil gehaltenen Architekturdarstellung.