BRONCIA KOLLER - PINELL



SANOK/GALIZIEN 1863 - 1934 WIEN





Schon seit 35 Jahren präsentiert der Kunsthandel Hieke, überzeugt von der Qualität und dem zukunftsweisenden Erfolg, Werke von Broncia Koller-Pinell. 1991 konnte eine Personale der Künstlerin gezeigt werden und 1993 folgte eine künstlerische Gegenüberstellung mit ihrem Malerfreund Heinrich Schröder.





aus: Boris Manner "Broncia Koller. 1863 - 1934" S.199



AUSSTELLUNGEN (Auswahl):


1893 Glaspalast, München

1908 Kunstschau der Klimt Gruppe, Wien

1909 Internationale Kunstschau der Klimt Gruppe, Wien

1911 „Koller und Schröder“, Galerie Miethke, Wien

1928 Münchner Secession

1980 Personale, NÖ-Landesmuseum, Wien

1991 Personale, Kunsthandel Hieke, Wien

1993 „Koller und Schröder“, Kunsthandel Hieke, Wien

1993 Personale, Jüdisches Museum, Wien

2007/8 „Wien-Paris“, Belvedere, Wien

2008 „Klimt und die Kunstschau 1908“, Belvedere Wien

2013/14 „Facing the Modern“, National Gallery, London ​

2016 Schirn Kunsthalle, Frankfurt

2017 "Die bessere Hälfte", Jüdisches Museum Wien

2018/2019 "Klimt ist nicht das Ende" Belvedere Wien, BOZAR, Brüssel

2019 "Stadt der Frauen", Belvedere, Wien

2019 "Faistauer, Schiele, Harta & Co", Salzburg Museum

2021/22 "Sammlung Schedlmayer", Leopold Museum

2023/24 "We ♥" Heidi Horten Collection, Wien

2024 "Broncia Koller-Pinell. Eine Künstlerin und ihr Netzwerk", Belvedere, Wien


WERKE IN:

Albertina, Wien

Belvedere, Wien

Leopold Museum,Wien

Lentos, Linz

Metropolitan Museum of Art, New York

Niederösterreichische Landessammlung, St. Pölten

Wien Museum



Künstlerin, Mentorin, Mäzenin. Broncia Koller-Pinell lässt viele Zuschreibungen zu. Sie zählt heute, neben Tina Blau, Marie Egner und Helene Funke zu den wichtigsten Protagonistinnen der Malerei des frühen 20. Jahrhunderts. Ihre Karriere beginnt früh und rasant. Bereits ab 1890 stellt sie regelmäßig im Wiener Künstlerhaus aus, 1893 ist sie mit drei Bildern im Münchner Glaspalast und einem Werk bei der Weltausstellung in Chicago vertreten.


Vor allem ab 1907 ist sie wie kaum eine andere Künstlerin im Ausstellungsbetrieb der Wiener Moderne und der Kunstschaugruppe präsent.

Nach ihrem Studium in Wien und in München lebte Koller ab 1903 wieder in Wien. Die Kontakte zu den Künstlern der Wiener Secession und der Wiener Werkstätte intensivieren sich. Das Haus der Kollers in Oberwaltersdorf – von Hoffmann umgebaut und mit Arbeiten der Wiener Werkstätte ausgestattet – wird zu einem Zentrum der Künstlergesellschaft, wo Klimt, Anna und Alma Mahler, Josef Hoffmann, Egon Schiele, Lou Andreas Salomé, Kolo Moser, Rosa Mayreder u.v.a. verkehren.

Mit der Ausstellung ihrer Werke bei den Kunstschauen der Klimtgruppe (1908, 1909) hat Kollers Schaffen einen ersten Höhepunkt erreicht. Ihre Zusammenarbeit mit dem jungen Shootingstar Heinrich Schröder fällt in diese Zeit. Eine gemeinsame Ausstellung mit ihm fand in der Galerie Miethke 1911 in Wien statt und wurde u.a. von Bertha Zuckerkandl umfassend rezensiert.

An Koller-Pinell führte künstlerisch und gesellschaftlich kein Weg vorbei. Erst heute wissen wir, dass auch Schiele in seinem letzten Lebensjahr engsten Kontakt zu Broncia Koller-Pinell und ihrer Familie pflegte. 1918 porträtiert Schiele ihren Ehemann Dr. Hugo Koller (Sammlung Belvedere) und zeichnet ihre Kinder Rupert und Silvia Koller. Broncia malt das Ehepaar Schiele, das sich im August in Oberwaltersdorf erholt. Durch den frühen Tod Schieles konnte diese Zusammenarbeit leider nicht von Dauer sein. Gemeinsam mit ihm, Schröder und Gütersloh u.a. gründete Koller-Pinell 1918 den Sonderbund.


„Wir empfanden, dass Schiele ein Mensch war, der uns allen sehr nahestand, selbst Vater hatte eine aufrichtige Freude an ihm, die Idee des neuen Bundes wurde damals gerade wahr. [...] Er brachte Gütersloh zu uns, Faistauer war auch da, von uns Mutter, Schröder und ich. Es war ein kleines Festmahl, es wurde Schampus auf den neuen Bund getrunken. Die drei Freunde hatten am Nachmittag vorher die ersten Beschlüsse gefaßt, Mutter und Schröder waren Mitglieder, die darauffolgenden Wochen waren schön.“ Aus dem Tagebuch der Silvia Koller, Oktober 1918


In der zweiten Hälfte der 1920er Jahre ist in ihrem Werk eine Auseinandersetzung mit der Neuen Sachlichkeit zu bemerken. Koller- Pinell experimentierte stets weiter und beeinflusste andere Maler wie eben Schröder, Schiele, Peschka bis weit in ihre 60er Jahre. 1934 verstirbt sie in Wien.


Broncia Koller-Pinell ist in der Elite des kunsthistorischen Kanons angekommen. Beeindruckende museale Anerkennung, zuletzt ein ganzer Raum bei der wegweisenden Ausstellung „Stadt der Frauen“ im Belvedere sowie die Aufnahme ihrer berühmten „Marietta“ in die Dauerausstellung des Leopold Museums gebühren ihr völlig zu Recht. 2024 findet die nur ihr gewidmete Ausstellung "Broncia Koller-Pinell. Eine Künstlerin und ihr Netzwerk" im Belvedere statt.







Dr. Sabine Fellner, Kuratorin der Ausstellung "Stadt der Frauen" in der Österreichischen Galerie Belvedere 2019 über Broncia Koller-Pinell (klicken Sie auf das Foto und Sie kommen direkt zu dem Video auf youtube.com)